CDL-Bezirksverband Koblenz-Montabaur

Nachfolgend finden Sie die Aussagen der Direktkandidatinnen und -kandidaten für den Wahlkreis Pirmasens (211) und über die Verlinkung auch das Wahlergebnis für diesen Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2009.

Wahlprüfsteine zum Lebensschutz für den Bundestagswahlkreis 211 (Pirmasens)

Anita Schäfer
(CDU)
Sabine Wilhelm
(SPD)
Heinz-Walther Roth
(FDP)
Fred Konrad
(Grüne)
CDL
Beginn des menschlichen Lebens und Anerkennung der Menschenwürde
Die Menschwerdung beginnt bereits mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Bereits von diesem Zeitpunkt an besitzt der Mensch die volle Menschenwürde und verdient den uneingeschränkten Schutz. X
Die Menschwerdung beginnt erst mit der Einnistung in die Gebärmutter (Nidation), erst ab diesem Zeitpunkt verdient der Mensch den uneingeschränkten Schutz.
Ein Mensch hat erst seine volle Menschenwürde erreicht, wenn er außerhalb des Mutterleibes überlebensfähig ist. Erst dann genießt er den uneingeschränkten Schutz. Gegen den Willen der Mutter kann man ein ungeborenes Kind nicht schützen.
Die Menschenwürde ist nur dann gegeben, wenn Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Rationalität oder Ausdrucksfähigkeit vorhanden sind.
Eigene Anmerkungen k.A.
Momentane gesetzliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs
Die momentane Regelung des Schwangerschaftsabbruchs greift nicht. Sie bedarf einer Verschärfung, um dem Schutz des ungeborenen Lebens gerecht zu werden. X
Die momentane Regelung des Schwangerschaftsabbruchs ist ein praktikabler Kompromiss der unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen. EineÄnderung dieser Regelung steht momentan nicht auf der politischen Agenda.
Die momentane Regelung des Schwangerschaftsabbruchs ist immer noch zu restriktiv, da eine Pflichtberatung gefordert wird. Es ist eine Abschaffung des §218 anzustreben.
Eigene Anmerkungen F. Konrad: Eigene Anmerkungen: Die Fristenlösung mit Beratungspflicht hat zu sehr niedrigen Abtreibungsraten im internationalen Vergleich geführt. Die momentane Regelung des Schwangerschaftsabbruches ermöglicht jedoch Spätabtreibungen von Kindern mit Behinderung, wenn sie bereits außerhalb des Mutterleibes bereits überleben können. Dies ist aus meiner Sicht untragbar. X
Forschung mit embryonalen Stammzellen
Die Forschung mit embryonalen Stammzellen ist abzulehnen, da hier der Mensch verzweckt und getötet wird. Die in 2008 bereits erfolgte einmalige Verschiebung des Stichtages öffnete Tür und Tor für eine weitere Verschiebung in der Zukunft X
Die im Jahre 2008 beschlossene einmalige Verschiebung des Stichtages ist ein praktikabler Kompromiss. Eine erneute Verschiebung ist aber abzulehnen. X
Die Forschung mit embryonalen Stammzellen ermöglicht neue Heilungschancen und es ist wichtig, dass Deutschland hier nicht durch restriktive Regelungen hinter andere Länder zurückfällt. Die Stichtagsregelung sollte aufgehoben werden.
Eigene Anmerkungen
Reproduktives Klonen
Reproduktives Klonen muss verboten bleiben. X X
Reproduktives Klonen sollte unter strengen Regeln in Ausnahmefällen erlaubt werden, um z.B. einem Kinderwunsch entgegenzukommen.
Der wissenschaftliche Fortschritt sollte durch restriktive Regelungen, wie dem Verbot des reproduktiven Klonens, nicht unnötig behindert werden.
Eigene Anmerkungen F. Konrad: Ich vertrete Antwort A, da ich jeden gezielten Eingriff zur Herstellung von Menschen mit vorgegebenen Eigenschaften ablehne X
Präimplantationsdiagnostik (PID)
PID bedeutet eine Selektion kranker und behinderter Menschen und stellt eine Teilbarkeit der Menschenwürde dar. Sie ist deswegen ausnahmslos abzulehnen. X
PID kann Eltern helfen, ein gesundes Kind zu bekommen und sollte daher unter strengen Einschränkungen zugelassen werden. Die Selektion nach anderen Kriterien wie z.B. dem Geschlecht ist abzulehnen.
Die Möglichkeiten der PID sollten in vollem Umfange genutzt werden, um so dem Wunsch nach einem gesunden Kind zu nahe wie möglich zu kommen.
Eigene Anmerkungen F. Konrad: Ich lehne die PID ab: Neben meiner Tätigkeit als Kinderarzt bin ich in der Selbsthilfe für Eltern und Kindern mit Behinderungen und chronischen Krankheiten aktiv. Angesichts der teils schweren genetisch vorgegebenen Erkrankungen ist die PID die einzige Chance für bestimmte Eltern, ein Kind ohne eine bestimmte Krankheit zu bekommen. Die Zulassung der PID würde aber den Einstieg in die genetische Selektion von Menschen bedeuten. Deshalb lehne ich die PID ab. X
Aktive Sterbehilfe / Euthanasie
Aktive Sterbehilfe muss verboten bleiben. Eine Ausdehnung dieses Verbotes auf die europäische Ebene ist anzustreben. X X
Aktive Sterbehilfe sollte unter strengen Auflagen auch in Deutschland zugelassen werden.
Aktive Sterbehilfe entspricht dem Grundrecht eines Menschen, über sein Leben selbst zu bestimmen. Sie sollte daher ohne zu große Einschränkungen (analog zu Belgien oder den Niederlanden) zugelassen werden.
Eigene Anmerkungen
Gesetzliche Regelung der Patientenverfügung (PV)
Die Regelung der PV sollte vor allem die Position des Arztes stärken, da er am besten über das Wohl der Patienten entscheiden kann.
Die gesetzliche Regelung der PV ist für den Patienten gefährlich. Die PV regelt eine Situation, die der Patient bei der Abfassung nicht überblicken kann. Die Patientenverfügung sollte durch eine Vorsorgevollmacht ersetzt oder zumindest ergänzt werden. X X
Die Regelung der PV soll uneingeschränkt das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen stärken. Die Einführung bürokratischer Hürden, wie z.B. einer Beratungspflicht, ist abzulehnen.
Eigene Anmerkungen
Gottesbezug im Grundgesetz und einer zukünftigen europäischen Verfassung
Europa ist eine christliche Wertegemeinschaft, daher muss es auch in der europäischen Verfassung und im Grundgesetz einen Gottesbezug geben. X
Europa ist eine pluralistische Gemeinschaft, welche nicht mehr überwiegend christlich geprägt ist, daher ist ein Bezug auf den christlichen Gott nicht notwendig. X
Ein Gottesbezug – auch im deutschen Grundgesetz – ist nicht mehr zeitgemäß. Er sollte gestrichen werden.
Eigene Anmerkung F. Konrad: Dies hat überhaupt nichts mit der Frage zu tun, ob dies zeitgemäß ist: Vielmehr entspricht dies meinem Respekt vor Religionen und Weltanschauungen, wie ich ihn auch von anderen Menschen meinen christlichen Überzeugungen gegenüber erwarte. X