CDL fordert Offensive für das Leben!
Vor 20 Jahren beschloß der Deutsche Bundestag ein Schwangerschaftskonfliktgesetz, dass ungeborenen Kindern und ihren Müttern helfen sollte. Realität ist, dass über zwei Millonen Kinder seitdem „offiziell“ abgetrieben wurden, ohne jede parlamentarische Debatte darüber. Bis heute ist es nicht gelungen, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass mehr Eltern Ja zu ihrem Kind sagen.
Ein wesentlicher Stützpfeiler des jetzigen Regelung stellt die Beratung der Schwangeren dar. Um so erstaunlicher ist es, dass in der Statistik über die Abtreibungen nur festgehalten wird, wie alt die Frau ist, welchen Familienstand sie hat, in welcher Schwangerschaftswoche sie war, und nach welcher Methode abgetrieben wurde. Die Statistik belegt, dass nur 3% aller Abtreibungen durch medizinische und kriminologische Indikationen begründet werden und 97% aufgrund sozialer Motive.
Die Erfahrung der Beratungsstellen zeigt, dass man einer Mutter nur Perspektiven für ein Leben mit ihrem Kind aufzeigen kann, wenn deren soziale Probleme in Angriff genommen werden. Eine Lebensberatung im wahrsten Sinne des Wortes, die alle Konfliktlagen des Alltagslebens der schwangeren Frau aufgreift, hilft wirklich. Dabei bleibt das ungeborene Kind erst einmal außen vor. Eine Abtreibung löst keine Probleme, sie schafft höchstens zusätzliche.
Um so unverständlicher ist es, dass diese Konflikte, in denen sich die Mütter befinden, nicht in der Statistik erfasst werden. Wenn der Staat wirkliche Hilfestellungen anbieten möchte, dann muß er dringend endlich Ursachenforschung betreiben. Dies kann nur geschehen, wenn eine entsprechende sorgfältige Analyse, Evaluation und breites Datenmaterial vorliegt.
Natürlich sollen dabei die Beratungsgespräche so anonym bleiben, wie es geht. Von der feministischen Bewegung vorangetrieben, bringen viele Frauen aber diesen Gesprächen ein großes Mißtrauen entgegen und sehen in ihnen nicht eine Chance sondern eine Bevormundung des Staates. Damit wird das nach jetzt 20 Jahren überdeutlich als gescheitert zu betrachtende Hilfskonzept, das der Gesetzgeber ursprünglich vorgegeben hatte, zunichte gemacht. Die neusten Abtreibungszahlen belegen: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Jahr für Jahr allein statistisch gemeldet über 100.000 ungeborene Kinder nicht zur Welt kommen können. Die jetzige Ausgestaltung der Beratungspraxis und Abtreibungsverhinderung muss als völlig gescheitert gelten.
Der Gesetzgeber selbst ist auch durch das Bundesverfassungsrecht verpflichtet, alles für den Schutz Ungeborener zu tun. Um so unverständlicher ist es, dass jetzt einige Abgeordnete die Abschaffung der sogenannten Babyklappen oder der anonymen Geburt fordern. Müttern in einer ausweglosen Lage bieten diese Einrichtungen die Möglichkeit, ihrem Kind das Leben zu schenken und dann anonym in vertrauensvolle Hände zu geben. In nicht seltenen Fällen entscheiden sich die Frauen nach ein paar Tagen dann doch noch für ein Leben mit ihrem abgegebenen Kind und melden sich bei den Betreibern der jeweiligen Einrichtung. Eine neuste Studie aus Allensbach belegt die positive Wirkung dieses Angebotes.
Die Gründe, die von den Gegnern der Babyklappe angegeben werden, überzeugen nicht. Würde man ein betroffenes Kind später fragen, was ihm lieber sei: zu wissen wer seine Eltern sind, oder lebensrettend anonym geboren oder in einer Babyklappe abgegeben worden zu sein, die Antwort des betroffenen Kindes wäre eindeutig.
Statt über die Abschaffung von vorhandenen Hilfseinrichtungen nachzudenken, sollte seitens der Politik endlich eine neue Offensive für den Schutz von Frauen- und Kinderrechten starten.
Christdemokraten für das Leben e.V.
Odila Carbanje (stellv. Bundesvorsitzende)
Schlesienstrasse 20
48167 Münster