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Lebensschutz in Rheinland-Pfalz

Die Alternative zum Organspendeausweis: Die neue LifeCard

Was Sie als mögliche Organspenderin oder möglicher Organspender über die „postmortale“ Organspende wissen sollten

Sie werden sich vielleicht wundern, warum die Christdemokraten für das Leben (CDL) ab Anfang 2013 eine neue, ungewöhnliche LifeCard anbieten?

Wie Sie sicher der Presse entnommen haben, werden ab sofort und zukünftig alle Bürger ab dem 16. Lebensjahr(!) regelmäßig von ihrer Krankenkasse angeschrieben und um das Ausfüllen eines Organspendeausweises gebeten. Wir haben gerade ein Rechtsgutachten zur Verfassungsmäßigkeit dieser neuen Regelung in Auftrag gegeben. Denn wie wir leider feststellen, enthalten weder bisherige Briefe der Krankenkassen noch der Ausweis selbst eine wirkliche Aufklärung darüber, zu welchem genauen Zeitpunkt, unter welchen Bedingungen und wofür tatsächlich einem Organspender Organe und Gewebe entnommen Die LifeCard als Alternative zum Organspendeausweiswerden können. Als Kriterium für die („postmortale“) Organspende wird seit 1997 der sogenannte Hirntod angenommen.

Schon seit 1968 waren die Ärzte bestrebt, einen Zeitpunkt vor dem bis dahin allgemein akzeptierten Todeszeitpunkt (vollständiges, medizinisch irreversibles Erlöschen der Herztätigkeit und dauerhafter Stillstand des Blutkreislaufs) zu finden, der künftig für die Zwecke der Organspende als der „Tod des Menschen“ bezeichnet werden konnte. Das bedeutet, dass zwar noch nicht alle Lebensfunktionen – insbesondere Herztätigkeit und Kreislauf – endgültig erloschen sind, dass aber wegen einer als irreversibel angesehenen Schädigung des Gehirns und des Ausfalls seiner gesamten integrativen Funktionen das Sterben und damit der Todeseintritt unumkehrbar ist. Hirntote sind also nicht Tote, sondern eigentlich Sterbende. In der Fachwelt gibt es inzwischen massive Zweifel sowohl an der eindeutigen Diagnostizierbarkeit des Hirntodes als auch an der Gleichsetzung von Hirntod und Tod.

dass diese Definition falsch bzw. unsicher ist, wird mittlerweile selbst von Wissenschaftlern zugegeben, die sie seinerzeit mit aufgestellt haben. Das hat z.B. im März 2012 der amerikanische Neurologe und langjährige Verteidiger der Hirntoddefinition Prof. Alan Shewmon vor dem Deutschen Ethikrat in aller Deutlichkeit erklärt. Es steht fest, dass so genannte Hirntote noch lange Zeit am Leben erhalten werden können. So haben Frauen noch Monate nach Eintritt der mit Hirntod bezeichneten Situation Kinder geboren, Männer sind noch zeugungsfähig. Es steht also fest, dass ein sogenannter Hirntoter eben nicht tot ist, sodass ihm z.B. auch vor der Organentnahme, die zu seinem Tod führt, starke Schmerz- und Betäubungsmittel zugeführt werden.

Wer einen Organspendeausweis ausfüllt, sollte sich daher genau und äußerst kritisch informieren, ob er unter diesen Bedingungen, im Operationssaal, ohne Angehörigenpräsenz und durch aufwendigste Technik und Apparaturen auf die Organspende vorbereitet, sein Leben durch Ärzte beenden lassen will. Vieles wird öffentlich aus der Sorge heraus verschwiegen, dass die Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung abnehmen könnte. Dies alles ist jedoch mehr als problematisch, und daher raten wir seitens der CDL aus vielerlei Gründen davon ab, im Organspendeausweis die generelle, zudem noch international unterschiedlich ausgelegte Aussage „Ja, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden“ anzukreuzen.

Einen weiteren Problemkreis bildet die Tatsache, dass der Organspendeausweis bei Reisen in anderen Ländern unter Umständen auch zur Organentnahme bereits nach einem Herzstillstand berechtigt und dass Reanimationsversuche daher unterbleiben könnten.

Sollten Sie bis heute noch keine Entscheidung zur Organspende getroffen haben, wird im „Ernstfall“ Ihr „mutmaßlicher Wille“ herangezogen werden, und andere Menschen werden für Sie entscheiden (müssen). Diese werden oft sogar unter Zeitdruck bedrängt, unmittelbar nach der Diagnose „Hirntod“ der Organentnahme bei einem Angehörigen zuzustimmen, wie wir u. a. durch die Betroffenenorganisation KAO erfahren mussten.

Daher tragen Sie, auch sofern Sie sich selbst noch nicht entschieden haben, besser unsere neue LifeCard in der Brieftasche. Diese können Sie gerne hier unter info@cdl-rlp.de oder auch direkt bei der CDL bestellen. Geben Sie bitte in der E-Mail Ihre Adresse und die Anzahl der gewünschten Exemplare ein. Sie können die LifeCard auch direkt als PDF-Datei herunterladen.

Letzte Änderung: 15.04.2013