Lebensschutz für alle

Lebensschutz in Rheinland-Pfalz

Podiumsdiskussion der CDL-Altenkirchen zur Patientenverfügung

Selbstbestimmung am Lebensende - Vorsorge treffen

Am 22.10.2008 fand in der fast vollständig gefüllten Stadthalle von Altenkirchen ein Podiumsgespräch zum Thema "Selbstbestimmung am Lebensende - Vorsorge treffen" statt. Hauptanliegen dieser Veranstaltung war es, über die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht zu informieren. Ein aktuelles Thema, denn die Verbindlichkeit einer Patientenverfügung soll im Frühjahr 2009 erstmalig gesetzlich geregelt werden. Einladende war die CDL-Kreisvorsitzende von Altenkirchen Frau Enders. Als Referenten war an diesem Abend Rechtsanwältin Frau Katharine Hellwig, Pfarrer und Krankenhausseelsorger Werner Zeidler, Arzt und Transplantationsbeauftragter Thomas Engel und der Landtagsabgeordnete Dr. Josef Rosenbauer. Die CDL-Bundesvorsitzende Frau Löhr wurde vom CDL-Kreisvorsitzenden von Koblenz Stefan Grieser-Schmitz vertreten.

Ausgangspunkt der Diskussion war die überraschende Feststellung, daß momentan eine Patientenverfügung nur einen empfehlenden Charakter hat. Das dies bei unglücklicher Abfassung durchaus ein Vorteil sein kann, wurde an einem Beispiel deutlich: Die schlichte Aussage, daß man nicht künstlich beatmet oder ernährt werden möchte, würde bei einer Rechtsverbindlichkeit auch die Versorgung nach einer harmlosen Operation erschweren oder sogar unmöglich machen. Dies zeigt aber schon ein Hauptproblem einer Patientenverfügung auf: ein gesunder medizinischer Laie muß sich bereits bei Abfassung der Verfügung in eine Situation hineinversetzen, die erste Jahrzehnte später auftreten kann. Wird nun eine Patientenverfügung in Zukunft rechtsverbindlich sein, ist eine Beratung durch einen Arzt und einen Rechtsanwalt oder Notar unumgänglich, um Fehlentscheidungen zu verhindern.

Aber während der Vorträge wurde auch eine weitere Alternative aufgezeigt, die medizinische Vorsorgevollmacht. Hier wird ein Person des Vertrauens, meist aus dem engeren Familienkreis, benannt, welche dann im kritischen Fall für den Patienten entscheidet. Hier geht es dann nicht mehr um die Interpretation eines Stück Papiers, sondern über eine Entscheidung durch dem Patienten verbundene Personen, die sowohl die Ansichten des Betroffenen kennen, aber auch aktuelle medizinische Erkenntnisse und Ratschläge des Arztes berücksichtigen können.

Alles in allem eine Veranstaltung, welche auf sehr positive Resonanz im Publikum stieß, was die zahlreichen Fragen und Diskussionsbeiträge während und auch noch nach der Veranstaltung zeigten.

Bericht: Stefan Grieser-Schmitz