Lebensschutz für alle

Lebensschutz in Rheinland-Pfalz

Experten der Suizidprävention sind besorgt über Sterbehilfediskussion

Mit Besorgnis verfolgen Experten des Nationalen Suizidpräventionsprogramms und der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention die zurzeit in den Medien stattfindende Diskussion über den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Justiz für ein „Gesetz zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung“.

Es entsteht der Eindruck, als würden Menschen mit unheilbarem terminalem Leiden regelhaft von den Ärzten allein gelassen. Nur durch eine Reise in das Ausland oder durch andere Helfer, die bei der Selbsttötung durch Verabreichung eines tödlich wirkenden Medikaments beteiligt sind, könnten sich diese Menschen vor unerträglichem Leiden schützen und in Würde sterben.

Tatsächlich können die meisten schwerstkranken und sterbenden Patienten durch palliativmedizinische Behandlungen aktiv begleitet werden. Im Vordergrund steht dabei die Linderung unerträglichen Leidens und nicht die Hilfe zur Selbsttötung. Auch die Bundesärztekammer befürwortet dies und lässt die Option ausdrücklich offen, Patienten mit Medikamenten zu helfen, die ihr Leiden lindern, auch wenn diese zugleich ihre Lebenszeit verkürzen.

Die Unkenntnis über diese Möglichkeiten des würdigen Sterbens kann dazu beitragen, dass Menschen die Hilfe von Sterbehelfern in Anspruch nehmen. Sie fördert auch die Angst Gesunder, im Falle zukünftigen unerträglichen Leidens allein gelassen zu werden. Die Aufgabe der Gesellschaft ist es nach Meinung der Experten, diese humanen Hilfen weiter zu entwickeln und zu intervenieren, falls sie verweigert werden.

Das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) begrüßen die Intention des Gesetzentwurfes zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung. Die Experten sehen jedoch die in den Medien zitierte neu aufgenommene Formulierung, Angehörige und bestimmte Berufsgruppen pauschal von einer Strafandrohung auszunehmen, als höchst problematisch an.

Für weitere Auskünfte und für die Vermittlung von Interviewpartnern stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Prof. Dr. Armin Schmidtke, Vorsitzender des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland

Dipl.-Psych. Georg Fiedler, Sekretär des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland

Univ.-Prof. Dr. med. Elmar Etzersdorfer, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention

PD Dr. med. Reinhard Lindner, Sprecher der AG „Alte Menschen“ des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland

Dr. Uwe Sperling, Sprecher der AG „Alte Menschen“ des Nationalen Suizidpräfentionsprogramms für Deutschland

Eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS).